5 Fakten über mein 200h RYS Yogateacher Training in Indien

200h RYS Yoga Teachertraining

Vielleicht hast du mitbekommen, dass es schon lange mein großer Wunsch war selbst Yoga zu unterrichten. Eigentlich war er es sogar sehr schnell. Diesen Traum habe ich mir im Oktober nun endlich erfüllt und ein 200h RYS Yoga Teacher Training in Goa in Indien absolviert – der Geburtsstätte des Yoga.
(Und bestanden – YEAH!)

Überlegst du dasselbe zu tun?
Im folgenden Artikel habe ich dir ein paar Fakten über die Ausbildung zusammengestellt, die dich vielleicht vor unliebsamen Überraschungen bewahren.

Was bedeutet eigentlich 200h RYS?

200h bedeutet, dass man genau 200 Unterrichtsstunden absolviert hat. Das klingt erstmal viel, ist es aber am Ende des Tages nicht. Es gibt auch 300h, 500h, aber auch kürzere Ausbildungen. Falls du dich mal mit Yoga Philosophie auseinander gesetzt hast, weißt du vielleicht wie umfangreich diese ist. Dazu lernst du noch Anatomie und andere Dinge die so komplex sind, dass man sie in 200 Stunden gefühlt fast nur anreißen kann.
Dennoch glaube ich nun mit einem soliden Grundwissen zurück zu sein, auf dem sich prima ausfbauen lässt!

Natürlich ist alles auch eine Frage der Zeit und deines Budgets. 200h ist natürlich günstiger und eben auch schneller absolviert (dauert in der Regel ca einen Monat) – also gab es hier garkeine Wahl für mich.
Außerdem hat man ja nie ausgelernt und diverse super Workshops helfen dir weiter auf die Sprünge um dein Wissen zu vertiefen. Ich persönlich fresse alles an Infos über Yoga, somit fällt die Weiterbildung leicht und bringt mehr Spaß als dass es nötiges Übel wäre 😉

Hinter RYS versteckt sich eines der Zertifikate die von der Yoga Alliance ausgegeben werden. Die Yoga Alliance ist eine weltweit agierende nonprofit Organistation, die – mit dem Gedanken etwas Ordnung und gewisse Standards in der Branche zu etablieren – bestimmt Regeln und Standards für Schulen festsetzt.

Aber nun zu den Fakten.

1. So ein Teacher Training ist wirklich kein Urlaub…

Auch wenn meine Schule im traumhaften Südgoa direkt am Strand gelegen ist und wir jeden Tag tropische 30-35 Grad hatten, habe ich den Strand kaum zu Gesicht bekommen und das Umland schon garnicht. Wir hatten jeden Tag von 6.30 bis mindestens 19.00 Uhr Programm. Dazwischen gab es Pausen die gerade mal zum Essen, umziehen und duschen reichen – aber auch nur wenn du schnell bist. Wenn du dann noch auf Toilette musst oder dein Wasser auffüllen willst, kommst du schon in Hektik um nicht zu spät zur nächsten Stunde zu kommen.

Dazwischen in der Sonne faulenzen ist also nicht. 😉 Das hat aber den Vorteil, dass du schnell in den Schulalltag hineinfindest. Disziplin hat bei der Ausbildung natürlich auch einen hohen symbolischen Stellenwert. Und Sonnenbrand gibt es so auch nicht so oft.

Tipp: Wenn du auch nach Indien gehst oder in ein anderes Land, dann plane dir danach oder davor Zeit ein um zu Reisen und Land und Leute zu erkunden.

200h Teachertraining Strand Goa Indien
Agonda Beach in Goa – wirklich beeindruckend schön!

2. Indien, du verrücktes Huhn!

Ich wollte meine Ausbildung von Anfang an in Indien machen, das war klar für mich. Gute Entscheidung – ich würde es immer wieder so machen!

In Indien ist wirklich alles anders. Und damit meine ich nicht nur die Abwesenheit von Klopapier, Tampons und jeglichen Hygienestandards. Alles ist so bunt, fröhlich und laut. Ich habe mich direkt verliebt!
Verkehrsregeln gibt es hier nicht, Fahrbahnspuren werden auch nicht ernst genommen. Wozu auch, wenn alle paar Meter eine Kuhherde auf der Straße sitzt.
Indien ist auch anstrengend. Als westlicher Mensch ist man öfter im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses als einem lieb ist. Alle wollen Fotos mit mir machen und man kommt keine 2 Meter weit ohne 20 mal angesprochen zu werden.

Und in Indien braucht man vor allem eins: Viel viel Geduld und Verständnis. Dafür, dass die Mühlen dort sehr viel langsamer mahlen, dass dort einfach ein anderes (oder garkein) Verständnis von Nachhhaltigkeit und Umweltschutz herrscht und dass die Menschen dir dort alles erzählen werden was du hören willst, wenn du etwas fragst.

Wenn du dich damit arrangierst kannst du hier die beste Zeit deines Lebens haben!

200h Teachertraining in indischer Dorfidylle
Typisch indische Dorfidylle

3. Diese Hitze

Morgens um 6.30 zwei Stunden Ashtanga praktizieren ist eigentlich eine Lüge, da es bei frischen 30-35 Grad eher Hot Yoga nennen muss. Alles ist immer durchgeschwitzt, duschen lohnt sich eigentlich kaum da ich nachmittags wieder eine Vinyasa Flow Stunde hatte. Alles ist immer nass bei einer Luftfeuchtigkeit bis zu 95 %… Wobei ich mich fragen musste, ob die Luft dann überhaupt noch Luft ist oder eher schon Wasser!? Naja, die Haare sehen immer frisch gewaschen aus – muss man ja keinem verraten, dass sie eigentlich nass vom Schweiß sind.

Tipp: Zu viele Sport BHs mitnehmen geht hier nicht. Ich hatte, mit dem Plan einmal nicht viel zu viel mitzunehmen, leider dieses mal viel zu wenig mit. Gerade Sportklamotten kann man bei solchen Temperaturen nicht zu viel haben!

4. Unendliche Schmerzen

Alle meine Freunde denken dass ich wieder Heim komme und Spagat und die verrücktesten Handstände kann. Tatsächlich hat meine Flexibilität enorm zugenommen und mein Körper hat so einige neue Tricks drauf – aber erst nach der Ausbildung.. Wir haben dort so viel praktiziert, dass ich mich in der dritten Woche kaum noch bewegen konnte. Mein zentrales Nervensystem war extrem alarmiert und hat sich wohl gefragt, wann die Plackerei denn endlich mal ein Ende hat. Mein Körper hat mit Sturheit reagiert, so dass ich am Ende der Ausbildung kaum noch mit den Händen den Boden berühren konnte in Vorwärtsbeugen.
Eher ein Gefühl von alter Frau als endlich junge dynamische Yogalehrerin 😉

Aber es hat sich gelohnt. Nachdem du deinen Muskeln eine ganze Woche Pause gegönnt hast bekommst du erst den Lohn. Ich bin tatasächlich sehr viel stärker und flexibler geworden. Und wer täglich eine Stunde im Schneidersitz ausharren musste, für den ist eine halbe Stunde nun auch ein Witz!

5. Unterrichten – so unendlich viel Spaß!

Mein Lieblingsfach war unumstritten Teaching! Darum waren wir ja alle da – um unterrichten zu lernen.
In der ersten Stunde haben wir es uns mit Stift und Papier gemütlich gemacht, um entspannt dem Unterricht zu lauschen. Aber Pustekuchen. Wir mussten gleich ins Rampenlicht. Direkt vor der versammelten Klasse alleine sprechen. Aber nur so lernst du es. Du musst direkt ins kalte Wasser springen. Also erwarte keine Schohnfrist!
Und ich kann dir sagen, dass es so unglaublich Spaß bringt. Ich glaube wir waren alle vor jeder Mini-Vinyasa Klasse die wir uns gegenseitig unterrichtet haben so unglaublich aufgeregt, aber das tolle Gefühl danach meine eigenen Ideen und Themen mit anderen geteilt zu haben ist unbeschreiblich toll!

Im Nachhinein war es genau richtig direkt mit dem unterrichten anzufangen. Du merkst sofort, ob es dir liegt. Ich hätte tatsächlich nicht gedacht wieviel Spaß es mir bringt. Was sehr beruhigend ist, wenn man es beruflich machen will, oder?

Meine erste Stunde nach 200h Teachertraining
Meine erste 30min Vinyasa Flow Yogastunde

Tu es!

Ich kann jedem nur empfehlen so eine Ausbildung zu machen. Ob es ist um zu unterrichten oder auch wenn du nur deine eigene Praxis vertiefen willst. Die Erfahrung ein einmalig. Man ist auf eine begrenzte Zeit so intensiv mit so tollen Menschen zusammen und das Erlebte schweißt zusammen. Man kommt mit neuen oder veränderten Gedanken wieder und fühlt sich frischer, klarer und ich persönlich weiß nun ohne Zweifel wo es langgeht im meinem Leben.
Ein gutes Gefühl!

Überlegt du auch dich ausbilden zu lassen? Wenn ja wo und was? Oder hast du vielleicht ähnliche Erfahrungen in deiner Ausbildung gemacht? Ich freue mich deine Erfahrungen zu hören.

MerkenMerken

MerkenMerken

33 Replies to “5 Fakten über mein 200h RYS Yogateacher Training in Indien”

  1. Ich mache ja gar kein Yoga aber ich finde es sehr interessant und auch motivierend, wie du über alles schreibst. Man merkt dir an, wie ernst du das nimmst und dass du überzeugt bist, von dem was du machst. Ganz toll und Hut ab!

    Liebe Grüße
    Nadine von tantedine.de

    1. Danke liebe Nadine!
      So ist es auch tatsächlich 🙂

  2. Das klingt wirklich sehr interessant, für mich wä das jetzt nix, aber super das du deinen großen Wunsch erfüllen konntest.Viel Spass beim Yoga unterrichten.

    LG aus Norwegen
    Ina
    http://www.mitkindimrucksack.de

    1. Danke, bald es geht damit richtig los 🙂 Bin schon ganz aufgeregt!

  3. Das klingt wirklich toll aber auch anstrengend. Für mich wäre Yoga jetzt eher nichts. Ich wünsche dir ganz viel Freude beim berichten.

    LG Jasmin

  4. Ich habe schon oft überlegt, ob ich eine Ausbildung zur Yogalehrerin für Kinder machen soll. Mal sehen ob ich es irgendwann machen werde 🙂

    Liebe Grüße
    Saskia

    1. Warum nicht? Ich finde gerade solche Nischen spannend! 🙂

  5. Nee, das ist nicht mein Traum! Ich würde es einfach nur gerne schaffen, regelmäßig in meine Yoga-Stunden zu gehen! Irgendwie kommt so oft was dazwischen und in meinem Yoga-Studio gibt es nicht jeden Abend Klassen, die ich mag. Am Liebsten gehe ich ins Yin Yoga. Einfach nur atmen…. das ist für mich die Entspannung pur!
    In den nächsten Wochen arbeite ich außerdem fast jeden Abend, dabei bräuchte ich die Entspannung da so dringend….
    VG Martina

    1. Dann versuch doch dir die Zeit zu nehmen. Gerade wenn man denkt man ist zu gestresst um zum Yoga zu gehen, sollte man es erst recht machen 🙂

  6. Ich finde es sehr mutig, in einem so fremden und weit entfernten Land eine einmonatige Ausbildung zu machen, aber wenn es dein Wunsch war, hast du alles richtig gemacht. Ich habe noch nie Yoga gemacht, kenne aber viele Leute, die darin aufgehen.
    Liebe Grüße
    Kathrin

  7. Sehr interessant 😊 Habe schon oft von der Ausbildung dort gehört, aber konnte mir nicht genau vorstellen wie genau es dann abläuft. Ich wünsche dir noch ganz viele tolle Yoga Stunden 😇

  8. Das hört sich aller sehr aufregend an, was du erlebt hast. Ich hätte diesen Mut nie gehabt aber das ist dicher ein Generationsproblem.
    Liebe Grüße
    Sigrid

    1. Ach neeeeein, Mut hat nichts mit Alter zu tun 🙂

  9. 200h Stunden Yoga? Wow, hammermäßig. ich würde auch gerne Yoga lernen, weil ich unter Endometriose leide und hoffe, dass ich dadurch meine Schmerzen besser in den griff bekomme. Aber ich glaube ich lerne es dann lieber in Deutschland 😉

    1. Ja – egal wo – einen Versuch ist es wert! Ich wünsche dir alles Gute dafür!!!

  10. Hey Anni!
    Toll, dass du das 1. gemacht hast und 2. sich nochmal so richtig für dich bestätigt hat, dass das der richtige Weg ist. Ich kann mir vorstellen, wie herrlich sich das anfühlen muss. Wie geht es für dich nun weiter? Bist du als Yogalehrerin angestellt oder arbeitest du am eigenen Studio? Ich finde das alles sehr spannend. Allein dieser Mut einen ganz neuen Weg einzuschlagen, weil das Herz dazu geraten hat. Ich glaube, damit liegt man letzten Endes nie falsch. Man muss sich aber trauen. 🙂

    Liebe Grüße
    Christina

    1. Hi Christina,
      ich mache mich gerade als freiberufliche Art Direktor selbstständig. Yoga unterrichte ich bisher nur nebenher, da man damit nicht so viel verdient und cih mir den Spaß an der Sache nicht verderben will. Aber mal sehen wo die Reise hingeht. Ich würde nichts ausschließen 😉

      LG Anni

  11. Herzlich Wilkomnen retour! Das klingt wirklich nicht nach Badeurlaub😂. Aber du warst ja auch zum lernen da. Was mich nun interessieren würde sind folgende Punkte: wird diese Ausbildung auch in Deutschland anerkannt? Bauchst du nicht noch mehr Ausbildung als 200 Stunden? Kann man überhaupt mit Yoga seinen Lebensunterhalt bestreiten, oder wird es für dich ein Zweitjob, weil es dir eben so liegt? Und meine letzte Frage wäre, wirst du einen weiteren Kurs dort belegen und nochmal nach Indien gehen? Ich bin gespannt, auf deine Antworten 😊 Liebe Grüße Marion

    1. Hi Marion,
      Die RYS Ausbildung ist in dem Sinne nur ein Zertifikat, aber ein Gutes. Der Begriff „Yogalehrer“ ist leider nicht geschützt und demnach gibt es keine Ausbildung die anerkannt ist. Aber das ist in meinem ersten Beruf (Art Direktion und Design) auch so 😀 Jetzt habe ich zwei nicht „anerkannte“ Berufe 😀 😀
      Ob und wie man sich weiterbildet bleibt einem also auch selbst überlassen. Ich habe das schon vor, aber das hängt natürlich auch etwas von meinem Kontostand, Zeit, Job etc ab.

      Ich hoffe das beantwortet alle deine Fragen! 🙂
      LG Anni
      Ich werde es erstmal nur als Zweitjob machen, da man ja nicht sofort ein toller Lehrer ist, sondern auch lehren gelernt sein will.

  12. Sehr coole Erfahrungen, die du hier schilderst.
    Ich werde 2018 das erste mal mit einem Yoga Grundkurs starten und bin so unheimlich gespannt weil ich noch gar keine Ahnung davon habe. Daher finde ich diesen Beitrag auch super spannend. Ich finde es schön, dass du das so in Indien absolviert hast.
    Aber puh so eine Hitze und Luftfeuchtigkeit? ich wäre eingegangen 😀

    Liebe Grüße Anni von http://hydrogenperoxid.net

    1. Hi Anni,
      ich mag Hitze ja super gerne und komme damit gut klar – aber ich verstehe auch wie man das nicht kann! Super, viel Spaß bei deinem Einsteiger Kurs. Ich hoffe es gefällt dir 🙂

  13. Wow ist das interessant! Direkt in Indien eine Ausbildung zu machen ist genau richtig – da würde ich mich in deiner Stunde auf jeden Fall wohlfühlen! 🙂

    1. Dann mach doch bald mal eine mit 😉

  14. Ein schöner Beitrag zum Thema Yoga und finde es total interessant, dass du sogar in Indien warst und das mit der Hitze wäre mir auf Dauer zu viel 😀

  15. Hi Anni,
    die Yoga-Ausbildung direkt in Indien zu machen, klingt perfekt. Allerdings würde ich wohl nicht 4 Wochen am Stück dieses straffe Programm durchhalten. 😉
    LG Melli

    1. Dachte ich auch, aber wenn man keine Wahl hat schafft man das dann doch 😉

  16. Liebe Anni,
    wow, sage ich da nur. Da muss man viel Disziplin haben, um das durchzustehen. Aber am Ende hast du das erreicht, wofür du dahin gegangen bist. Ich war für 2,5 Wochen in Indien und ich habe mich in das Land verliebt. Besonders Varanasi hat es mir sehr angetan. Schöner Einblick, den du uns hier vermittelst. Da sieht man, dass du deine Sache ernst meinst.
    Liebe Grüße, Selda.

    1. Ja, ich will auch auf jeden Fall nochmal nach Indien! 🙂

  17. Liebe Anni,

    das klingt nach einer ganz tollen Erfahrung, wobei das Training hart klingt. Den ganzen Tag Programm zehrt sicherlich auch, wobei man natürlich auch bei so einem Teaching Kraft tankt. Vielen Dank für den tollen Einblick!

    Liebe Grüße und schönen Abend!
    Verena

    1. Haha ja genau. Körperlich geht es bergab aber mental wird man stärker dort 🙂

  18. Ich finde deine Berichte immer sehr interessant, auch wenn ich kein Yoga mache.
    Liebe GRüße
    Sigrid

    1. Danke liebe Sigrid 🙂

Schreibe einen Kommentar