Soziales Engagement – Wieviel ist man der Welt schuldig?

Soziales Engagement zeigen

Zur Zeit beschäftigt mich ein Thema ganz besonders. Ich möchte etwas machen, was irgendwie einen Sinn hat – das etwas Gutes oder zumindest nützliches für die Welt ist. Ein soziales Projekt oder zumindest etwas, das anderen hilft oder jemanden glücklich macht. Die Welt wird nicht besser und es gibt so viel zu tun, oder zumindest sollte man doch in der Lage sein wenigstens ein Herzensprojekt zu unterstützen. Klar, man könnte argumentieren, dass ich die Philosophie des Yoga in die Welt trage. Das ist schonmal ganz ok. Aber reicht das?

Sind Yogis Weltverbesserer?

Gerade von Vollblutyogis sollte man ja denken, dass alle irgendwo ein Hilfsprojekt in der Tasche haben, am Wochenende Brot an Bedürftige verteilen oder Hunde aus dem Tierheim Gassi führen. Stimmt das? Wer sich so viel mit dem eigenen Lebensweg beschäftigt und Begriffe wie Nichtverletzten und Shanti (Frieden) in jeder Yogastunde vor sich hinmurmelt, muss doch auch sonst nur so vor Nächstenliebe strotzen.

Der härteste Gegner sind die eigenen Fehler

Und tatsächlich komme ich mir (und bestimmt nicht nur ich..) sehr ertappt dabei vor, denn auch ich glaube fest an die Philosophie des Yoga und das man mit Liebe – zu sich selber und auch anderen gegenüber – Berge versetzen kann. Ich versuche diese Einstellung nun seit fast 2 Jahren so gut es geht zu leben und ich denke daher rührt mein immer dringender werdendes Bedürfnis etwas zu tun. Man muss ja nicht gleich im nächsten Flieger nach Afrika sitzen. Wobei das natürlich sehr löblich wäre…

Unterm Strich sind wir aber eben alle nur Menschen – ob mit oder ohne Yoga, das spielt keine Rolle.

Und der Endgegner ist man am Ende immer selbst.

Die eigene Faulheit und die eigenen Scheuklappen. Denn hier zu Hause in meiner warmen Altbauwohnung ist die Welt ja ganz gemütlich. Da reicht es ab und an zum Yoga zu gehen und an Liebe als größte Macht der Welt zu glauben und schokiert den Nachrichten zu folgen. Helfen tut man sich damit aber eigentlich nur selber!

Keine Frage. Eine Notwendigkeit.

Yoga setzt sich eben nicht nur mit dem Wohlbefinden des Einzelnen auseinander. Die Welt als Gesamtes ist mindestens ebenso wichtig! Natürlich muss nicht jeder einzelne an einem Hilfsprojekt mitarbeiten, aber Toleranz und Nächstenliebe sind schonmal das Minimum, dass man geben kann. Hätte jeder Mensch der Erde Respekt, Toleranz und Verständnis für einender, gäbe es Rassismuss, Hass und Krieg nicht!

Wir leben alle auf dem selben Planeten und das wird sich auch so schnell nicht ändern. Dennoch ist natürlich jedem selbst überlassen ist, wieviel er geben möchte und vor allem geben kann! Nicht jeder Mensch ist gleichermaßen in der Lage sich neben sich selbst auch noch um andere zu kümmern.

Was kann man tun? Hier gibt es Inspiration.

Falls du dich noch mehr informieren willst und nicht so recht weißt was für Projekte es so gibt, habe ich hier ein paar nützliche Links zusammen gestellt.

http://wie-kann-ich-helfen.info

https://goodjobs.eu

https://www.betterplace.org

http://en.unesco.org

Was macht ihr so? Unterstützt du ein bestimmtes Projekt? Yoga und soziales Engagement – für dich ein Muss?

14 Replies to “Soziales Engagement – Wieviel ist man der Welt schuldig?”

  1. Ich engagiere mich ehrenamtlich bei der Ulmer Aidshilfe. Ich wohne in einem Mehrgenerationenwohnhaus und helfe mal mehr oder weniger mit, das Projekt weiter zu tragen. Zu sozialen und auch politischen Ehrenämtern kann ich sagen, man kann auch eins zu viel davon kriegen. Es kostet Zeit und es besteht das Risiko vor einen Karren gespannt zu werden und am Ende mit Schimpf und Schande vom Hof gejagt zu werden. Yoga ist was anderes als Sozialarbeit. Genauso ist Coaching was anderes als Sozialarbeit.

    1. Natürlich ist Yoga etwas anderes als Sozialarbeit! Mir geht es um die yogische Philosophie, die man lebt und den Widerspruch der sich daraus ergibt, wenn man das tut und gleichzeitig „nichts“ tut. Ich finde es super, was du alles machst und glaube dir sofort, dass man gerade als freiwilliger schnell ausgenutzt wird.

  2. Ein sehr interessanter Beitrag!
    Toleranz und Nächstenliebe ist wirklich so wichtig und definitiv ein Minimum auf dieser Welt! 🙂
    Liebe Grüße Sarah <3

    1. Ja, das finde ich auch. Man muss es nur ständig verinnerlciht haben – das ist die Kunst!

  3. Ich arbeite in einer Zahnarztpraxis und dort sammeln wir ‚Altmetall‘ welches wir einschmelzen lassen. Wir fragen die Patientin nach Zahnbehandlungen, ob sie das Metall aus ihren Zähnen mit in den Spendentopf werfen wollen. Am Ende des Jahres kommt immer eine gute Summe zusammen. Das spenden wir im Namen der Patienten an verschiedene Organisationen. Außerdem haben wir ein Patenkind in Indien, welches durch uns zur Schule gehen kann. Ich finde sowas super!
    Sehr schöner Post!!
    Liebe Grüße Nadine von tantedine.de

    1. Damit bist du schon einen Schritt weiter als ich! Man muss auch erstmal etwas finden was einem liegt – was auch immer das ist. Mit einem Patenkind habt ihr echt eine große Verantwortung übernommen, das finde ich toll!

  4. Hallo,
    ich selbst bin zur Zeit nicht ehrenamtlich tätig, da es meine Zeit einfach nicht hergibt. Ich habe zwei Kleinkinder, die ich komplett selbst betreue und daher keine „freie“ Zeit.
    In der Vergangenheit habe ich jedoch schon viel ehrenamtlich gearbeitet und werde es auch irgendwann definitiv wieder tun. Es fühlt sich einfach richtig an!
    Liebe Grüße, Lisa

    1. Das „richtig“ anfühlen ist genau das was ich gerade suche. Und es muss für mich auch garnicht ehrenamtlich sein. Auch ein Beruf der etwas sinnvoller ist, als Werbung (mache ich gerade hauptberuflich) würde mir ggf schon als Anfang reichen 🙂
      Klar, mit 2 Lütten bist du total ausgelastet! 😉

      1. Aber Anni – wieviel ZEit , Energie etc. hast du in deine Ausbildung gesteckt…….
        Versuche doch (machst du ja schon) mit deiner Kreativität (u da gehört die Gestaltung der Werbung auch zu) ein soziales oder so ähnliches Projekt zu unterstützen………wird da nicht auch Werbung gebraucht?! So könntest du doch beides (das KÖNNEN u n d den Wunsch nach Sinnvollerem) miteinander verbinden.
        Fiel mir grad nur so ein!!
        Aber …… ein schlechtes Gewissen (da ich ja Zeit abknappsen könnte) brodelt bei mir auch ganz vergraben irgendwie…..

  5. Absolut cool! Vielen Dank für den Beitrag!
    Lg

  6. Ein ganz toller Beitrag und ein sehr schönes Thema. Ich muss zugeben, dass ich mich sehr gerne Ehrenamtlich einsetzen möchte und ich weis auch, dass was ich gleich schreibe ist wahrscheinlich nur eine Ausrede, denn sonst hätte ich es auch schon längst getan. Immer dann, wenn ich danach suche, was ich machen soll, bin ich wie überfordert und weis einfach nicht wo ich ansetzen soll.
    Du weist sicher was ich meine 🙂
    Ich möchte es mir aber zu Herzen nehmen, dass ich etwas finde, das ich unterstützen kann. Danke für für den tollen Denkanstoß.

    Liebe Grüße
    Mary

  7. Ich versuche bei so Aktionen wie gerade bei DM mit den leeren Duschgelflaschen mitzumachen um zumindest einen kleinen Teil für eine bessere Welt beizutragen! Aber es könnte sicherlich noch mehr sein, das ich tun könnte!

    Viele Grüße
    Denise von
    http://www.lovefashionandlife.at

  8. Liebe Anni,
    Ein toller Beitrag – danke <3! Es sollten sich mehr Menschen darüber Gedanken machen. Ich habe das Gefühl dass in den letzten Jahren immer mehr Menschen innerlich "abstumpfen" und "kalt" werden. Ich arbeite ehrenamtlich für die Universität und unterstütze Studenten nach dem Studium bei der Jobsuche. Das ist jetzt nicht direkt "soziales Engagement" aber ich finde es wichtig! Außerdem spende ich immer einen Teil meines (leider ohnehin geringen) Gewinns der Firma – die letzten Jahre für die "Schmetterlingskinder".
    Liebe Grüße und schönen Abend!
    Verena

  9. Danke für diesen tollen Beitrag. Ich finde dein engagement sehr bewundernswert.

    Liebe Grüße Fabian

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