Yoga ist für alle da!

Yoga ist für alle da

Ich habe ja über Social Media schon öfters so etwas gesagt, weil mir eine Message in letzter Zeit besonders wichtig ist: Die das Yoga für jeden ist! Nichts habe ich in letzter Zeit öfter gehört als Ich würde ja so gerne mal zu deinen Stunden kommen, aber ich kann da nicht mithalten/bin zu alt/zu unsportlich/zu unbeweglich und so weiter…

Lass dir heute mit diesem Artikel sagen, dass das alles Quatsch ist.

Yoga ist für dich

Ja, ok zugegeben. Das alle die verrückten Posen abschreckend wirken können kann ich schon verstehen. Sieht ja manchmal eher nach Zirkuskunstück aus als nach Selbsterkenntnis. Auch dass eine Klasse voller vermeintlich dünner beweglicher Mädchen dich wahrscheinlich dazu bringt direkt wieder nach Hause zu gehen kann ich nachvollziehen. Du kommst ja noch nichtmal im Stehen an deine Füße…

Aber genau darum geht es eben nicht beim Yoga. Es geht nur um dich. Geh erstmal in ein Studio und du wirst merken, dass dort viele Leute sind wie du. Viele die auch mal angefangen haben und viele die jahrelang praktizieren, aber die auch wegen sich selbst die Klasse besuchen und echt besseres zu tun haben als dich auszulachen.

Beim Yoga geht es nicht darum der Beste zu sein. Das ist der große Unterschied zu vielen Sportarten, in denen man sich mit anderen misst und vergleicht. Erleichternd oder? Es geht um dein eigens persönliches Wachstum und nicht darum möglichst schnell einen Kopfstand machen zu können. Sich mit anderen zu vergleichen macht auch keinen Sinn, denn du bist eben du und nicht die andere Person. Und Kopfstand üben können macht dich auch nicht zu einem glücklicheren Menschen.

Deine Praxis – deine Zeit

Wenn du Yoga übst lernst du deine körpereigenen Werkzeuge Atem und Bewegung zu synchronisieren, zu kontrollieren und damit zu arbeiten. Die Asanas, die Körperübungen, sind im traditionellen Sinne nur als Vorstufe zur Meditation gedacht gewesen. Auch wenn wir Westler eher daran interessiert scheinen als einen ruhigen Geist zu erlangen, gehört beides untrennbar zusammen.

Richtiges Yoga beginnt außerhalb deiner Matte. Wenn du dort gelernt hast deinen Geist ruhig und fokussiert zu halten, kannst du es irgendwann überall.

Wieso dann die ganzen Verenkungen?

Yoga wurde früher wesentlich strikter praktiziert als heute. Die Lehrer haben ihre Schüler jahrelang gelehrt und nur die besten wurden dann auch irgendwann zum Lehrer. Die meisten Yogis wurden also vom Kindesalter an darauf trainiert und der Körper konnte sich dran gewöhnen. Auch wurde Yoga traditionell nur von Männer geübt. Und junge indische Kinder haben nunmal einen anderen Körperbau als wir Europäer, die in der Regel in ihren 20igern erst zu praktizieren anfangen und bis dahin einfach viel auf Stühlen sitzen.

Außerdem gab es zu dieser Zeit nur eine richtige Art eine Pose auszuführen – unabhängig vom Körpertyp. Auch das hat sich seit damals geändert. Die verschiedenen Posen werden nun den verschiedenen Körperbauten der Menschen angepasst. Hilfsmittel wie Blöcke, Kissen und Variationen der traditionellen Posen erlauben es nun wirklich jedem eine Yogaklasse zu besuchen.

Körper sind verschieden

Yogalehrer werden nicht müde er erwähnen, dass du dir eine Pause nehmen sollst wenn dir Atem wegrennt. Das du nur auf den eigenen Körper hören sollst und dass es egal ist wie langsam oder schnell du im Vergleich zu den anderen bist. Es ist deine Praxis, die sich deiner Atmung, deiner Tagesform und deinem Körper anpasst. Und gut, dass sie alle das immer wieder sagen, denn wir sind es so unglaublich gewohnt uns permanent mit anderen zu vergleichen. Also versuch einfach ab und an mal die Augen zu schließen, während du praktizierst und eben nicht nach links und rechts zu schauen. Dazu brauchen wir die optischen Fixpunkte, die unsere Augen am Hin- und Verirren hindern sollen – Drishitis.

Eine gute Yogapraxis passt sich deinen Bedürfnissen an und nicht du dich der Praxis.

Das ist so, weil unsere Körper nunmal verschieden sind. Manche Körertypen können bestimmte Posen nie ausführen oder brauchen Jahre bis der Körper sich soweit öffnet. Und genau diesen Ist-Zustand zu akzeptieren und sich nicht drüber zu ärgern ist ein wichtiger Teil des Yogawegs den du auf der Matte lernen kannst! Ändern kannst du daran eh nichts, du kannst nur noch Ärger über nicht gelungene Dinge oben drauf packen. Also wozu nicht einsehen dass du so bist wie du bist.

Selbstakzeptanz ist eine ganz schwer zu verinnerlichende Angelegenheit – ich weiß. Aber Yoga kann dir dabei helfen. Probier es aus! Und du wirst sehen es dauert meistens auch nicht lange bis du doch an deine Füße kommst 😉 Du musst nur konsequent dabei bleiben.

18 Kommentare bei „Yoga ist für alle da!“

  1. Ich komme auch ohne Yoga an meine Füße ;-)! Danke für den informativen Text, ich komme trotzdem an Yoga sogar nicht ran, zumindest im Moment so gar nicht meine Interesse, könnte auch am falschen Lehrer liegen, in den Stunden die ich mal reinschnuppert habe.

    Lg aus Norwegen
    Ina

    1. Naja es muss ja nicht jeder Yoga machen! Es will ja auch nicht jeder Fußball spielen. Mir ging es eher darum zu verdeutlichen, dass es jeder KÖNNTE 😉

  2. Ich mache mit meinem Freund hin und wieder Yoga. Mir fällt auf, dass ich mich häufig nicht mit ihm vergleiche, aber enttäuscht davon bin, wenn ich etwas nicht schaffe. Das muss ich noch lernen, nicht zu hohe Ansprüche an mich selbst zu stellen…
    Liebe Grüße,
    Leni 🙂
    http://www.sinnessuche.de

    1. Ja, du wirst nunmal nie der andere sein – also macht vergleichen auch garkeine Sinn!

  3. Ich habe schon so viel über Yoga gelesen und nie kann ich mich aufraffen dies für mich persönlich auszuprobieren. Aber ich sollte es echt mal ändern denn Yoga kann einiges für den Körper wie auch für die Seele tun und soll auch gegen meine elendige Migräne helfen. Ich werde Deine Hinweise / Tipps mal befolgen und mich tatsächlich mal zu einem Yoga Unterricht bewegen.

    Liebste sonnige Grüße
    Caroline | http://www.carolinekynast.com

    1. Es würde mich sehr freuen, wenn ich dich dazu inspiriert hätte! Erzähl gerne wie es war!

  4. ein super schöner Beitrag liebe Anni, der auch sehr deutlich macht, dass Yoga nicht immer unbedingt nur esotherisch gesehen oder abgetan werden muss 😉
    ich muss zugeben, dass ich vor vielen Jahren auch noch so gedacht habe – bevor ich die Asanas für mich entdeckt habe 🙂
    jetzt ist Yoga ein täglicher Begleiter in meinem Leben!

    liebste Grüße auch,
    ❤ Tina von liebewasist.com
    Liebe was ist auf Instagram

    1. Wie schön! Für mich auch 🙂

  5. Liebe Anni,
    ich habe während meiner Staatsexamens-Zeit viel Yoga gemacht und das hat mir in dieser stressigen und anstrengenden Phase meines Lebens richtig toll geholfen. Also ich bin nach wie vor ein Yoga-Fan, auch wenn ich es aktuell selten praktiziere.
    Liebe Grüße, Ina

    1. Vielleicht kommt das ja irgendwann wieder?! Manchmal ist einfach nicht die richtige Zeit!

  6. Moin,

    Ich liebe Yoga! Weil es immer genau richtig ist – in jeder gesundheitlichen oder seelischen Verfassung kann ich mir das raus ziehen was ich gerade brauche! Ohne würde ich durchdrehen!

    Sonnige Grüße,
    Verena

    1. Ach, wie gut zu hören! Ich auch!

  7. Ich muss sagen, vor einigen Monaten durfte ich eine private Yoga-Stunde geniessen und es war der Hammer! Ich habe es geliebt!

    Danke Dir für Deinen tollen Bericht, habe ich sehr gerne gelesen!

    Hab einen schönen Abend!

    xoxo
    Jacqueline

    1. Dann auf wieder auf die Matte! Aber schön zu hören, dass es dir gefallen hat 🙂

  8. Ein ganz toller Beitrag nach meinem Geschmack! Ich bin da absolut mit Dir einer Meinung. Es gibt für jeden sein eigenes Yoga. Das ist wie beim Kung Fu. Man lernt zwar einen Stil, soll ihn aber so umformen, dass er der Eigene wird. Manche entwickeln dadurch einen Stil, den sie andere lehren. Ich habe zum Beispiel Wing Tsun gemacht, ein anderer Schüler hat daraus Wing Tai gemacht, was mittlerweile überall verbreitet wird. So ist das auch mit dem Yoga. Du hast mich mit Deinem Beitrag berührt. Auf ganz persönlicher Art.

    Lieben Gruß, Bea.

    1. Das ist wirklich schön, liebe Bea! <3

  9. Oh, dein Beitrag kommt wie gerufen! Ich habe vor eineinhalb Jahren mit Yoga angefangen. Ich pendele zwischen Hamburg und Berlin. Also trainiere ich hier mit Videos und in Berlin im Studio. Ich dachte früher, dass Yoga ein Sport für Omis oder vegan-spiritistische Hipster. Und dann bin ich auf Anraten meines Physiotherapeuten zum ersten Yoga-Kurs gegangen, dort habe ich es für mich entdeckt. Ich kann es nur unterschreiben: Wenn Yoga mir Spaß machen kann – jemanden, der absolut ungedehnt ist, Angst vor Kopfstand hat und die Ungeduld in Person ist – , dann ist es auf jeden Fall für jeden! GLG von Sandra von voceandich.de

    1. Haha, schön gesagt! Als würdest du über mich selber sprechen ;-)))

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