Ein Roadtrip zum Nachbauen: Part 3 – Nordnorwegen

Im dritten Teil des Roadtrip zum Nachbauen geht es diesmal um Nordnorwegen. Diese Region hat dir einiges zu bieten. Hier kannst du noch wirklich durch dichte Wälder fahren und mit etwas Glück ein paar Elche sehen – auf jeden Fall aber massenhaft Rentiere.
Das Wetter wird rauer und auch die Natur karger – wunderschön.

Der Norden Norwegens

Hinkommen

Wenn du die Lofoten über die E10 verlässt, die dort wahrscheinlich dein stetiger Begleiter war, dann landest du unweigerlich im Norden Norwegens. Dort, wo das Land langsam wieder den Namen Land verdient hat und nicht mehr nur aus mehr oder weniger zusammenhängenden Inseln besteht und von wilden Flüssen und Fjorden zerteilt wird.

Beste Schlafplätze Nordnorwegens

Im Bulli

Stellplatz bei Ålta am Kalfjord

Als wir diesen Stellplatz per App gefunden haben stand dort, dass es Platz für ca 100 Fahrzeuge gibt. Wir dachten erstmal es handelt sich um ein riesen Fjordufer, an dem sich Camper an Camper reiht. Tatsächlich ist der Platz aber sehr bewaldet und wir waren fast alleine. Auch kann man sich dort gut verteilen schätze ich. Ich glaube er könnte eine alte Motorcross Strecke sein und ist deshalb so groß. Das ist aber nur meine Vermutung. Wenn man abends sein Lagerfeuer am Wasser entzündet kann man in der Ferne die Lichter der nächsten Häuser sehen und einen nahen Wasserfall rauschen hören. Wirklich ein schönes Fleckchen Erde!

YogaGypsy Roadtrip Nordnorwegen
Der Stellplatz mit Feuerstelle direkt am Fjord

Ohne Bulli

Enter Backpack Tromsø

Tromsø war nach den Lofoten unser erster Halt. Wir haben uns direkt für dieses Ho(s)tel entschieden. Günstig für norwegische Verhältnisse und sauber, die Innenstadt ist direkt zu Fuß in ein paar Minuten zu erreichen. Aber Tromsø ist eben auch nicht Berlin.

Du kannst dort in einer wirklich top ausgestatteten Küche kochen. Außerdem bieten Sie Hostelzimmer, aber auch Einzel- und Doppelzimmer an.

Unbedingt machen

Trømso erkunden

Das geht eigentlich recht schnell, auch wenn sie die größte Großstadt des Nordens ist. In einem Tag bist du durch. Angenehm ist auf jeden Fall, dass Großstadt in Norwegen eine andere Bedeutung hat als bei uns – zumindest Tromsø. Wolkenkratzer oder S- und U-Bahnen habe ich zumindest dort nicht gesehen. Durch die Innenstadt ist man in einer Stunde gelaufen und hat dabei alles gesehen.

Das klingt jetzt erstmal recht fad, aber die Stadt hat wirklich ihren Charm mit den ganzen alten Holzhäusern und muckeligen Bars und Pubs. Außerdem hat die Stadt die nördlichste Brauerei der Welt zu bieten. In der Mack Brauerei gibt es nicht weniger als 67 Zapfhähne an der Bar! Der Lonely Planet beschreibt die Bar dort als DEN Treffpunkt der Stadt nach Feierabend. Da müssen sie sich aber getäuscht haben. Ich fand die anderen kleinen Pubs wesentlich authentischen von Publikum her, während bei Mack nur Touristen saßen.

YogaGypsy Roadtrip Nordnorwegen Mack Brauerei
Zwei Biere kosten zusammen 12€ in der Mack Brauerei

Die Kultur der Samen erforschen

Wusstest du dass es in Europa eine indigenes Volk gibt? Ich muss zu geben – ich nicht.

Indigen bedeutet:

  • direkt von der Urbevölkerung abstammend, bzw zeitlich gesehen die Erstsiedler eines Gebiets
  • das freiwillige beibehalten alter Traditionen, das sie dann deutlich von der Restbevölkerung unterscheidet
  • das Leiden unter Ausgrenzung, Diskriminierung, Enteignung, Unterdrückung und mehr unschöne Sachen

Die Samen lebten als die ersten in Lappland, daher werden sie auch Lappen genannt. Lappland erstreckt sich über weite Teile von Schweden, Norwegen und auch Finnland. Überall dort gibt es sämische Siedlungen.

Zuerst fielen uns nur unglaublich viele große Tippi Zelte mitten im nirgendwo auf, dann immer mehr Wohnwagen Siedlungen. Nach kurzen Nachlesen wussten wir dann, dass man auf dem Weg zwischen Tromsø und Nordkap durch ein Gebiet fährt, dass stark von den Samen besiedelt wird. (I know, gut informiert…) Die Samen leben hauptsächlich noch von der Rentierzucht und dem Fischfang. Daher kannst du hier auch Rentier Herden in unglaublicher Größe sehen! Unbedingt in eines der Samen Museen gehen und mehr erfahren!

YogaGypsy Roadtrip Nordnorwegen Samen Siedlung
Alte rekonstruierte Samen Siedlung

Zum Nordkap fahren

Alleine der Weg zum Nordkap ist den Besuch schon wert. Endlos geht es Serpentinen direkt am rauen Meer entlang. Wirklich traumhaft schön.

Am Nordkap musst du den frechen Eintrittspreis von umgerechnet ca. 25€ (wenn ich mich richtig erinnere) zahlen um ganz zur Spitze zu gelangen. Sonst bleibst du auf dem Parkplatz hängen. Macht man ja aber trotzdem, so nach zwei Stunden Hinweg – den man übrigens auch wieder genauso zurück fahren muss.

Ich schätze der Ausblick von da muss beeindruckend sein. Als wir da waren hatte es leider ca 80/90 km/h Sturm und als herumschleudernde Steine unsere Heckscheibe verschossen hatten, der Wind uns ein paar mal umgeworfen hatte (tatsächlich passiert), haben wir beschlossen nicht ganz bis zur unglaublich steil abfallenden Spitze zu gehen…

Schade Marmelade, aber mach du es für uns !

Nützliche Tipps

  • Falls du mit Kindern unterwegs bist kannst du dir das Geld für diverse Rentier-Farmen echt sparen. Weiter oben begegnest du ganzen Herden, die träge auf der Straße herumstehen. Rentiere sind nämlich nicht wie Rehe, sondern eher träge wie Kühe die man weghupen muss.
  • Wenn du Elche sehen willst, dann schau vorher in welchem Gebiet man sie sehen kann. Dann hast du vielleicht eher Glück die scheuen Tiere zu sehen.

Im letzten Teil geht es dann um Russland und hauptsächlich meine neue große Liebe: St. Petersburg.

24 Kommentare bei „Ein Roadtrip zum Nachbauen: Part 3 – Nordnorwegen“

  1. Ein sehr interessanter Beitrag, ich war noch nie in Norwegen und habe auch sonst kaum Berührungspunkte mit dem Land. Das mit den 25 € ist aber schon dreist, schade dass ihr dann gar nicht komplett hoch konntet um die Aussicht zu genießen.

    Das die Städte so klein sind finde ich aber super, dann findet man sich als Tourist auch schnell zu recht und kommt bestimmt auch schneller mit Einheimischen in Kontakt.

    1. Ja war schon schade, aber ich versuche nicht enttäuscht zu sein und bin froh, dass uns nichts passiert ist und “nur” das Auto verletzt wurde!

      1. Dankeschön für dein Kommentar Anni,
        dann musst du das unbedingt mal wieder machen, denn sowas tut immer gut und ist eine schöne Auszeit vom stressigen Alltag.

  2. Die Kultur der Samen interessiert mich schon sehr lange. Ihre Schamanen leben sehr zurückgezogen und haben eine ganz eigene Sichtweise der Dinge.
    Alles Liebe
    Annette

    1. Das klingt spannend. Super das dich das so interessiert! Unglaublich wie dort noch nach ganz alten Bräuchen gelebt wird.

  3. Hallo, ich finde deinen Bericht wirklich sehr interessant. Norwegen ist auch eines meiner Ziele die ich gerne mal besuchen möchte. Danke für die Tipps bezüglich “Kinder”. Elche zu sehen wäre toll, aber sollte auch ins Budget passen. 🙂 Lg, Claudia

    1. Elch-Parks gibt es glücklicherweise nicht, soweit ich weiß. Aber falls du Rentiere meinst, die Parks kannst du dir sparen – die sieht man oft genug! Bei Elchen braucht es schon mehr Glück!

  4. Hach Mensch,
    Norwegen. Eines meiner Traumziele. Dieses und nächstes Jahr sind urlaubstechnisch schon verplant. Aber irgendwann muss ich da hin. Wunderbare Einblicke von Dir. Dankeschön.

    Liebe Grüße
    Sandra

    1. JA! Unbedingt machen. Ist ja auch nicht weit weg und auf jeden Fall einen Besuch wert.

  5. Das klingt wirklich toll und vielleicht können wir so einen tollen Roadtrip auch einmal machen. Meinen Gatten kann ich für so etwas nicht gewinnen, aber meine Große sicher.
    Liebe Grüße
    Anja von Castlemaker.de

    1. Oh ein Mutter-Tochter Raodtrip? Das klingt doch fast noch witziger als mit dem Gatten 😉

  6. Ich liebe solche Bars und Pubs. Das wäre genau meins. Norwegen steht soweiso noch auf meiner Bucket List. Von daher merke ich mir deine Tipps gleich mal :-). Vielen Dank dafür. Solche Erfahrungstipps sind immer viel besser als aus irgendeinem Buch.

    Liebe Güße
    Melanie von https://www.lovingcarli.com/

    1. Ja das finde ich auch! Da hat man noch den persönlichen Bezug und bekommt nicht immer das gleiche zu lesen 🙂

  7. das ist wirklich ein wunderschöner EInblick! war ja vor mehreren Jahren auch mal in Norwegen, aber hab da nie so viel Zeit gehabt … als Roadtrip würde ich das auch gerne nochmal machen 🙂

    liebste Grüße auch,
    ❤ Tina von liebewasist.com
    Liebe was ist auf Instagram

    1. Das Land ist auch so groß, das man darin alleine roadtrippen könnte …

  8. Mit dem Wohnmobil zum Nordkap fahren ein Traum, den wir uns vor vielen Jahren erfüllt aben. Leider ist es schon sehr lange her aber vom nördlichsten Punkt Europas die Mitternachtssonne zu genießen, ist ein Erlebnis das man nie im Leben vergisst..
    Liebe Grüße
    Sigrid

    1. Oh wie schön, du warst auch da! ja das stimmt – unglaubliches Erlebnis!

  9. Bisher war ich noch nicht in Norwegen, aber es steht ganz ganz oben auf meiner Reise-Wunschliste. Dein Beitrag hat mir jetzt richtig Lust darauf gemacht. Danke für diesen tollen Beitrag mit den super Tipps.

    Lieben Gruß, Bea

    1. Sehr gerne, liebe Bea!

  10. Norwegen ein Traumland, in welchem ich mal eine längere Zeit verbringen würde. Schöne Impressionen und super Tipps mit den Renntieren, was ich noch gar nicht wusste. So urige Pubs liebe ich übrigens. 🙂 LG, Cindy

    1. Jaaa, urige Pubs sind das Beste <3

  11. Norwegen ist landschaftlich einfach wunderschön – ein Reiseziel, was mich auch immer wieder fasziniert!

  12. Liebe Anna!

    Norwegen möchte ich auch unbedingt mal besuchen. Da eignet sich ein Roadtrip tatsächlich am Besten 🙂 Am Schönsten wäre es natürlich mit dem Bulli unterwegs 😉 aber wenn wir das nicht schaffen, haben wir zumindest dein Hotel-Tipp.

    Wir würden auch eher die typischen Pubs bevorzugen, anstatt die Brauerei. Generell sind ja die landestypischen Sachen oft auch spannender, als die typischen touristischen Sachen.

    Danke jedenfalls für deine tollen Impressionen 🙂

    Lieben Gruß,
    ❤ Alice von alicechristina.com

    1. Man kann sich sonst auch ein Auto mieten, fahren und nachts immer in Hotels nächtigen – auch immer eine Menge Fun <3

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