Kambodscha – Eine Reise durchs Land der Khmer

YogaGypsy Travelling Kambodscha

Kambodscha ist eines der faszinierendsten Länder die ich je bereist habe. Aber auch eines der ärmsten. Hier gibt es Gegensätze wie du sie vielleicht noch nie gesehen hast. Ich zumindest nicht. Hier reihen sich chinesiche fünfstöckige Kasinos ala Las Vegas an Wellblechhütten von Fischern. Kleine 5 jährige Kinder müssen Souvenirs an Touristen verkaufen – direkt vor den alten Tempeln von Angkor Wat, die noch darauf hindeuten wie mächtig das ehemalige Reich der Khmer vor rund 1000 Jahren einmal war.
Dennoch – nie habe ich zurückhaltendere und freundlichere Einwohner getroffen, die so unglaublich offen, herzlich und voller Humor sind – trotzdem sie so wenig haben.

Meine Highlights in Kambodscha

Koh Rong Sanloem

Ich frage mich ja wie geheim dieser Geheimtipp noch sein kann, da jeder meiner reisenden Freunde mir diese Insel empfohlen hat.. Aber eigentlich muss ich sagen, die kleine nur 10 km lange Insel ist wirklich einen Besuch wert. Wenn du mal den ultimativen Traumstrand sehen willst solltest du hier einige Tage in einer der Holzhütten verschiedenster Preis- und Ausstattungsklassen direkt am Strand verbringen.

Koh Rong Sanloem ist die kleine Schwester von Koh Rong, die unter Touristen wesentlich bekannter ist. Dort geht es etwas mehr – sagen wir mal – ballermannmäßig zu.
Auf Sanloem ticken die Uhren noch sehr langsam. Es gibt keine Straßen, keine TukTuks, keine Roller. Du musst zu Fuß durch den Dschungel, wenn du mal auf die andere Seite der Insel willst. Oder du nimmst eben das Boot und fährst außen herum.

Saracenbay auf Koh Ring Sanloem – Traumstrand wie aus dem Bilderbuch

Auf Koh Rong Sanloem ticken die Uhren noch sehr langsam.

Außer eine der vielen Bars und Restaurants direkt am Wasser zu besuchen, gibt es hier nicht viel zu tun. Dort kannst du mit den Füßen im Wasser – für zugegebenermaßen sehr teure Preise– mega lecker essen und abends kräftig über die Strenge schlagen 😉 Oder du gehst tauchen und entdeckst die wahnsinnige Artenvielfalt unter Wasser.

Kampot

Nach Kampot wären wir fast garnicht gefahren. Das wäre ein großer Fehler gewesen… Im Lonely Planet steht, dass so der eine oder andere hier versackt und spontan länger bleibt. So auch wir.

Kampot besticht durch seine vielen alten Kolonialgebäude und das Stadtzentrum ist sehr klein und gemütlich. Von der Küste aus ist es nicht weit nach hier. Du hast zwar keinen Strand, Kampot liegt aber am Preaek Thom River, auf dem du auch Bootstouren machen kannst. Es gibt auch einige gute Badestellen.

Kampots Stadtzentrum hat den alten Charme der Kolonialzeit behalten

Was ist so besonders an dieser relativ kleinen Stadt? Ich kann es nicht erklären, es ist der Vibe, die Möglichkeit sich hier selbst zuverwirklichen, der Charme der Stadt einfach. Die vielen über 60-jährigen Althippies, die auf dem Rad an dir vorbei fahren werden, sind anscheinend einfach direkt nach den 70s hier geblieben. Das spricht für sich.

Am besten wohnt es sich übrigens etwas abseits der Stadt direkt am Fluss. Es gibt viele einfache Eco-Lodges und Hostel, deren Bambushütten super gemütlich sind und direkt in den Dschungel gebaut sind.

Mein besonderer Tipp:
Leih dir hier am besten einen Roller oder ein Fahrrad, denn die Wege sind nicht weit und du kannst dir das Geld fürs Tuktuk sparen und bist unabhängiger.
Den besten Platz zum Schwimmen erreichst du so auch am einfachsten. Wenn du ca. 20 Minuten den Fluss entlang fährst betrittst du irgendwann ein wunderschönes Naturschutzgebiet in dem es einen großen Wasserfall gibt. Ein Besuch lohnt sich wirklich!

Siem Reap

Wenn du nach Angkor Wat willst (und wer will das nicht?) musst du erstmal nach Siem Reap und den Ausflug von hier aus planen. Ich würde dir auch direkt empfehlen dort ein paar Tage zu verbringen, weil du in der Stadt schon echt was erleben kannst.
Es gibt z.B. eine Pubstreet, die mich etwas an die Reeperbahn hier zu Hause erinnert – nur als mini Version. Ob diese Art von Trubel dir liegt musst du allerdings selbst entscheiden 😉

Außerdem gibt es in Siem Reap unzählige Märkte und Nachtmärkte, in denen du dich fast schon verlaufen kannst. Dort gibt es von Lebensmitteln, Schmuck bis Gucci-Fake alles was das Herz begehrt – meistens zu recht günstigen Preisen, verglichen mit Kampot oder den Städten an der Küste.
Auch essen gehen kannst du hier supergünstig und gut. Besonders lecker sind die verschiedenen Khmer Currys und einheimische Spezalitäten wie Loklak oder Amok. Unbedingt probieren!

Einer der größten Märkte in Siem Reap

Falls dir dennoch langweilig wird wäre hier auch der perfekte Ort um einen Kochkurs zu besuchen. Es gibt unzählige Anbieter. Wir waren bei Papertiger und waren sehr zufrieden. Du kannst dir selber aussuchen, was du von den einheimischen Gerichten kochen möchtest und auch mein Vegetarier Dasein war kein Problem. Die Gruppe war klein und die Köchin konnte gut englisch und war unglaublich lustig. Ein schöner Abend mit leckerem selbst gekochtem Essen!

Vor dem Kochkurs werden alle Zutaten auf den Markt frisch besorgt

Angkor Wat

Das musst du natürlich gesehen haben. Diese alte Stadt- und Tempelanlage ist einfach unglaublich beeindruckend und vermittelt sofort ein Bild davon, die mächtig die Khmer einst waren. Der Eintrittspreis ist mir rund 30 Dollar pro Tag zwar ganzschön ordentlich, dafür wird die Anlage aber auch super gepflegt und vor allem macht der Preis den Wiederaufbau zerfallener Gebäude möglich.

Für die beeindruckend große Tempelanlage brauchst du mehrere Tage

Ich würde dir raten für die gesamte Anlage ungefähr 3 Tage einzuplanen. Es gibt auch einen etwas günstigeren 3-Tages Pass. Am ersten Tag haben wir eine geführte Tour durch die Haupttempel und Gebäude gemacht. Das ist ganz gut um sich einen groben Überblick zu verschaffen und die Eckdaten vermittelt zu bekommen. Es gibt verschiedene Touren. Schau hier am besten mal was dich am meisten interessiert. Am beliebtesten sind die Sunrise-Touren, bei denen die Sonne malerisch über Angkor Wat aufgeht. Aber mach dir hier nichts vor – den Sonnenaufgang schaust du zusammen mit ca 2000 Leuten an… Dennoch gilt es hier – wie in vielen anderen Ländern – die Zeiten abzupassen an denen die Anlage nicht dazu noch von tausenden Chinesen gestürmt wird.

Am nächsten Tag bringt es besonders Spaß mit dem Roller auf einige Faust loszuziehen und sich vielleicht sogar etwas spontan treiben zu lassen. Tempel gibt es hier auf jeden Fall genug um noch einen weiteren Tag vollzumachen.

Generelles zu Kambodscha

Kambodscha ist ein sehr armes Land, aber die Menschen dir dort leben verbreiten aber eine Zufriedenheit und Ruhe die man hierzulande meistens in der breiten Masse vergeblich sucht. Sich mit den zufrieden zugeben was man hat, das ist eine Kunst die dort beherrscht wird.
Allgemein gilt, wie in den meisten asiatischen Ländern: erwarte nichts und schon garnicht die ganzen Dinge, was hier als “normal” angesehen werden. Außerdem brauchst du viel Vertrauen und vor allem Geduld – gerade im Straßenverkehr. Hier kann es schonmal 3-4 Stunden länger dauern als geplant. Rechne das mit ein und du kommst immer pünktlich an 😉

Warst du schon in Kambodscha? Was hat dir dort am besten gefallen?

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16 Kommentare bei „Kambodscha – Eine Reise durchs Land der Khmer“

  1. Wow! Das sieht einfach toll aus! Ich war noch nie in Kambodscha und möchte unbedingt mal hin. Vielen Dank für deine Eindrücke, die du mit uns teilst.

    lg
    Verena

    1. Ich kann es dir nur sehr empfehlen!

  2. Das klingt, als ob die Uhren in Kambodscha einfach mal ein bisschen anders gehen.
    Klingt gut um einfach aus unserem strukturierten Alltag rauszukommen. Aber man muss es auch wissen.
    Auch lernt man dort schnell demütiger und dankbar zu werden, oder?
    Ich war noch nie dort, doch genau das empfinde ich, wenn ich deinen Bericht lesen.

    Liebe Grüße, Katja die https://auszeitgeniesser.de

    1. Ja das lernt man in allen asiatischen Ländern und ich finde es auch wichtig mal über den europäischen Tellerrand zu schauen. Die Welt ist so groß und wie wir leben ist – global gesehen – tatsächlich nicht der Standard, da hast du Recht!

  3. Ich muss ehrlich gestehen, ich bin noch nie auf die Idee gekommen in Kambodscha Urlaub zu machen. Allerdings hat mich dein Beitrag nun auf dieses Land aufmerksam gemacht. Tolle Inspiration für ein Urlaubsziel.

    Liebe Grüße
    Melanie von https://www.lovingcarli.com/

    1. Manchmal sind es ja auch die Länder die man nicht so auf dem Zettel hat, die einen dann umhauen 😉

  4. Hallo, ich war noch nie in Kambodscha und muss ganz ehrlich sagen, dass es mich persönlich nicht so reizt, obwohl ich Deine Eindrücke wirklich verlockend finde. Mein Traum wäre Neuseeland.
    Liebe Grüße
    Anja von Castlemaker.de

    1. Da möchte ich auch auf jeden Fall bald nochmal hin!

  5. Ich muss ganz ehrlich gestehen, dass ich noch nie was für die Länder in Asien abgewinnen konnte. Keine Ahnung warum das so ist. Aber ich finde die gezeigte Landschaft von dir wirklich toll und beeindruckend. Dennoch denke ich, dass es einfach nix für mich ist. Wahrscheinlich wegen dem Klima – MissFinnland und so.. ^^

    Alles Liebe,
    Julia

    1. Haha I see.. Macht ja nichts 😉

  6. Wunderbare Einblicke in ein Land, dass ich unbedingt einmal sehen möchte. Man muss sich nur über die Lebensgewohnheiten informieren und sich dessen auch bewusst sein, dann ist alles gut. Die Tempelanlage ist gigantisch. Tolle Bilder.
    Liebe Grüße
    Sandra

    1. Dann reise besser bald, dort passiert so viel und es wird so viel gebaut, dass es sich bald kaum noch lohnen wird..

  7. Was für schöne Impressionen! Ich liebe ja solche großen Food-Märkte, das ist mitunter das beste am reisen! 🙂 In Kambodscha war ich leider noch nie!

    Liebe Grüße,
    Verena von whoismocca.com und agenturspatz.com

    1. Ja Märkte sind das tollste! So viele Eindrücke gibt es bei den Märkten hier bei uns garnicht leider!

  8. Hallo, ein schöner Bericht. Die Bilder machen einem Lust auf mehr. Liebe Grüße, Claudia

    1. Perfekt, Ziel erreicht 😉

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