Yogahype – Braucht die Welt noch mehr Yogalehrer?

Yogalehrerhype

Ich habe euch ja schon in meinem letzten Artikel erzählt welche Veränderung demnächst bei mir ansteht. Ich werde mich im Oktober in Indien bei Sampoorna Yoga zum Yogalehrer in Ashtanga und Vinyasa Flow ausbilden lassen und freue mich mega drauf. Es war keine Idee für mich, sondern eine Notwenigkeit diesen Schritt zu gehen. Die Reaktionen von Freunden waren durchweg positiv – sie kennen mich ja als Yogafreak. Im Social Media berichteten mir viele Leser, dass sie diesen Weg auch gerade gehen oder Bekannte haben, die ähnliches planen.
Yogalehrer zu werden scheint ja schon länger DAS Ding zu sein – ein richtiger Hype.

Nun drängt sich mir folgende Frage auf:

Braucht die Welt noch mehr Yogalehrer?

Ich würde die Frage gerne anders herum stellen. Braucht die Welt mehr Yoga? Darauf würde ich klar mit Ja antworten. Für mich gibt es kaum eine Philosophie bzw Lebensweise die mehr in der Lage wäre die Welt und alles was in ihr schief läuft zu heilen. Umso mehr Menschen Yoga üben und bestenfalls noch mit dem tieferen Sinn dahinter in Berührung kommen, desto besser. Gerade in der westlichen Welt ist in den letzten Jahrzehnten ein regelrechter Yogahype entstanden, den viele kritisch sehen. Sie befürchten, dass Yoga nur noch als Sport oder Gymnastik verstanden wird und die alten Lehren hinter akrobatischen Instagram Bildern ins Vergessen geraten.

Wer mich auf Instagram verfolgt weiß, dass auch ich solche Bilder poste. Yoga ist im heutigen Zeitalter angekommen. Wer unterrichten will braucht Schüler und eine gewisse Reichweite, die sich über Social Media nun einmal am besten aufbauen lässt. Außerdem finde ich nichts schlimmes daran die besondere Ästhetik von Yoga in Bildern festzuhalten und andere damit zu begeistern. Klar – man kann jetzt argumentieren, dass akrobatische Verrenkungen nicht der Kern von Yoga sind – was unbestritten stimmt! Aber hinter all diesen geposten Bildern steckt sehr wahrscheinlich jahrelange Praxis und eine Menge Liebe zu Yoga.

Warum möchte ich Yoga lehren und wie?

Für mich war glaube ich relativ schnell klar, dass ich Yoga nicht nur für mich selbst praktizieren möchte. Ich war und bin so begeistert davon, dass ich manchmal quasi überschäume wenn ich drüber spreche – sagt man mir zumindest 😉
Daher möchte ich meine Begeisterung weitergeben. Und zwar von Anfang an. Also mit allem was dazu gehört – von Gunas, Mantras bis Meditation und all dem geistigen Wachstum, dass Yoga uns geben kann! Mein Yogaweg wird also eher der ganz ursprüngliche.

Ich möchte unterrichten, weil ich außerdem glaube, dass es mich persönlich zufriedener macht etwas zu tun, dass irgendwie einen Sinn macht. Für mich macht es nämlich super Sinn anderen Menschen den Weg zu geistiger Ruhe und Ausgeglichenheit zu zeigen. Ich glaube, dass bin einfach mehr ich.

Du bist du, wenn du niemand sein musst.

Angst vor Übersättigung?

Ich weiß – jeder will doch heute Yogalehrer werden oder ist es. Überteuerte Ausbildungen gibt es massig und jedes Studio bildet mittlerweile aus und bietet sogar Klassen für Lehrer an. Lehren Lehrer bald nurnoch Lehrer? Nein, denke ich nicht. Jeder Lehrer bleibt auch gleichzeitig sein Leben lag Schüler. Den Weg des Yoga ist man nie zu Ende gegangen.

Die Masse an neuen Lehrern trägt sicher nicht zur Qualität des nicht anerkannten Berufes bei. Aber ich denke, wenn du dich selbst und das Warum will ich das? ehrlich zu dir selbst überprüft hast, kannst du mit guten Gewissen einen tollen Job machen und deinen Beruf zur Berufung. Also sein ehrlich zu dir selbst!

Bei mir ist es so, dass ich (erstmal) nicht hauptberuflich lehren werde. Ich bin bald wieder freiberufliche Art Direktorin und mein Plan ist es beide Berufe auszuüben. Das heißt, dass ich mir die Zeit nehmen kann zu lehren wann und wo ich es möchte und nicht in den Zwang komme jeden Job annehmen zu müssen und von Studio zu Studio zu rennen, um meinen Lebensunterhalt zu bestreiten.

Willst du aber hauptberuflich als Yogalehrer lehren, dann sei dir über ein paar Dinge im Klaren:

  • Du verdienst bestimmt weniger als vorher
  • Keiner hat drauf gewartet, dass gerade DU Yogalehrer wirst. Du brauchst erst jahrelange Lehrerfahrung, um dir deinen Platz im Yogakosmos zu sichern
  • Das Business ist hart – auch Yoga kann zum Beruf werden und du musst aufpassen deine eigene Praxis, den Spaß und die Begeisterung daran nicht zu verlieren
  • Du trägst viel Verantwortung und die wird dir bestimmt nicht immer gedankt

Mache was richtig für dich ist

Trotz all dieser Argumente, die das Netz nicht müde wird mir erzählen, bin ich mir nach wie vor 100 prozentig sicher, dass es für mich der richtige Weg ist. Und ich freue mich unglaublich drauf!

Ich glaube, wenn du wirklich mit dem Herzen dabei bist kannst du auch die 100.000.009.te unglaublich gute Yogalehrer/-in sein – Hauptsache du willst es wirklich!

Wie seht ihr das? Gibt es zu viele Lehrer? Leidet die Qualität darunter? Bist du selbst Lehrer oder überlegst dich ausbilden zu lassen?

20 Replies to “Yogahype – Braucht die Welt noch mehr Yogalehrer?”

  1. Ich finde es gut, dass Du das machst was Du möchtest und Dir gut tut!

    Mach weiter so, es ist wichtig im Leben Ziele zu haben!

    Ich wünsche Dir ganz viel Spass und Erfolg!

    Hab einen schönen Tag!

    xoxo
    Jacqueline

    1. Danke Jacqueline 🙂 Den wünsche ich dir auch!

  2. Liebe Anni, ich wünsche dir für diesen Schritt auf jedenfall viel Erfolg und alles Gute! Es stimmt schon, dass es derzeit irsinnig viele Yogalehrer gibt – eben auch in Österreich. man hat das Gefühl, dass jeder Yoga macht – oder machen muss. Ich habe eine zeitlang bei einer Freundin Yoga gemacht, die sich auch in Thailand und Australien ausbilden hat lassen. Aber nachdem sie nach Amsterdam ausgewandert ist habe ich daheim mit Youtube versucht und naja es macht natürlich nicht so viel Spaß.
    Glg aus Wien,
    Karolina
    https://kardiaserena.at

    1. Hi Karonlina,
      ja mit Youtube ist die Stunde im Studio oder mit einer tollen Lehrerin natürlich nicht zu vergleichen. Hast du mal probiert dir ein Studio in der Nähe zu suchen?

  3. Liebe Anni,

    ich will die Yogausbildung unbedingt machen. Bin gerade auf der Suche nach der passenden Schule 🙂 Ich denke, dass es nie genug Yogalehrer geben wird- denn jeder ist auf seine Art und Weise individuell. Sehr schöner Beitrag <3 . Wünsche Dir auf deinem Weg alles Gute!

    Viele Grüße
    Hiba

    1. Hey Hiba,
      dann lass uns gerne in Kontakt bleiben und erzähl mir, wie es bei dir so läuft 🙂

  4. Wenn ich auf deine Frage antworten würde, dann wäre die Antwort: Ja! Es ist doch wie mit Blogs. Braucht die Welt noch mehr Blogs? Ja! Weil jeder Mensch auf seine Art besonders ist und etwas ‚anderes‘ anbietet und das alte Rad auf seine Art und Weise neu erfindet. Darum glaube ich auch, dass du als Yoga Lehrerin sicherlich andere Menschen inspirierst als jemand anders 🙂

    Liebe Grüße
    Nadine von tantedine.de

    1. Das hast du schön gesagt und stimmt auffallend – Blogger gibt es auch wie Sand am Meer. Nur nie 2mal den gleichen, da hast du Recht 🙂

  5. Yoga mache ich inzwischen auch ganz gerne. Bin da aber noch ein Ziemlicher Anfänger. Kurze dazu, gibt es bei uns leider nicht, sodass ich mich mit DVDs und Bücher behelfen muss. Finde ich schon ziemlich schade.

    Alles liebe

    1. Wo kommst du denn her? Yoga wird ja eigentlich fast überall angeboten.

  6. Wenn das der Weg ist den du gehen willst, dann solltest du ihn auch gehen. Alles ist gut das man mit Freude und ohne Zwang macht. Da du es zweigleisig machst kann dir doch gar nichts passieren und du kannst entspannt dem entgegen sehen, was auf dich zukommt.
    Ich wünsche dir alles Gute bei diesem neuen Schritt.
    Liebe Grüße
    Sigrid

  7. Ich finde deinen Entschluss toll und deine Reise spannend. Ich hoffe, du wirst ausführlich hier auf dem Blog berichten. 🙂 Übrigens auch ein ganz großes „Daumen hoch“ für dein Mindset! Natürlich hat die Welt nie genau auf einen selber gewartet – aber je nachdem, was man aus der Situation macht, kann man damit so unheimlich viel bewegen und die Welt ein kleines Stückchen schöner oder besser machen. Lass dich von deinem Weg nicht abhalten, ich wünsche dir nur das Beste <3
    Ganz liebe Grüße
    Sarah von DamnCharming

    1. Hey Sarah,
      ich werde hier natürlich drüber berichten, also schau ruhig gerne wieder rein 🙂 Danke, das denke ich auch. Ich lasse mich auf keinen Fall abhalten und bin mir sicher, dass auch ich noch etwas als Lehere zu geben habe, dass genau jemand in diesem Augenblick braucht!

  8. Ich finde es gibt immernoch zu wenig Yogalehrer 😉 . Vor allem gute. Ich liebe Yoga. Es tut meinem Körper und meinem Geist gut. Ich wünsche Dir viel Erfolg!
    Namaste.

    1. Das ist auch eine interessante Meinung. Quantität siegt hier wohl langsam über Qualität.

  9. Guten Abend.
    Ich habe absolut keine Ahnung vom Yoga aber ich möchte dir für Glück in Indien wünschen und glaube, dass das bestimmt toll dort ist.

    Alles Liebe und einen schönen Abend,
    Sandra.

    1. Hey Sandra,
      dann danke und ich denke auch dass es dort wundervoll ist 🙂

  10. Ganz genau – deine 3 letzten Absätze bringen es auf den Punkt. Yogalehrer ist nicht gleich Yogalehrer. Nur wenn man es mit Leidenschaft und vollster Überzeugung macht, ist man ein richtig guter Yogalehrer, welcher diese Motivation auch an andere übertragen kann. Ich würde sagen: Mach es! Sonst bereust du es noch.

    LG
    Tina

    1. Danke Tina! Ich denke auch dass man sich nicht vorher reglementieren lassen sollte – nur um dann schlimmstenfalls danach festzustellen, dass man es doch hätte machen sollen

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