Yoga-Klischees – 5 Vorurteile über Flexibilität

YogaGypsy Yogabasics Flexibilität

Langsam bin ich es WIRKLICH LEID. WIRKLICH LEID in Versalien sogar. Ich glaube manchmal als Yogalehrer hauptsächlich aus ständiger Prediger der “holy truth about Yoga” eingesetzt zu sein. Wow, du kommst ja an deine Füße! oder Wow, sowas könnte ich nicht! Nein, kannst du vielleicht nicht und nein, macht aber auch nada! Und ja, auch ich poste gerne Posen von Asanas auf meinem Insta Account: Aber ich finde es ok stolz auf erreichte Dinge zu sein und finde die Ästhetik einfach wunderschön. Und glaub mal mir sind diese Posen (die unter uns eigentlich nicht gerade fortgeschritten sind) auch nicht gerade in die Wiege gelegt worden.

Es ist mehr als an der Zeit mal mit den 5 gängigsten Klischees über Yoga und Flexibilität aufzuräumen. 

1. Für Yoga muss man flexibel sein

Die meisten trauen sich doch garnicht erst in eine Yogastunde, obwohl tendenziell Interesse hinter dem großen Ding “Yoga” steht. Was hauptsächlich an der weit verbreiteten Meinung liegt, dass eine Yogastunde hauptsächlich aus super verrückten Dehnungen besteht, von denen du als Normalo nicht mal träumst.

Das dem nicht so ist wirst du vielleicht erst nach deiner ersten Stunde oder besser deinem ersten Anfänger Workshop mitbekommen. Klar, du wirst nicht alles können. Aber wer fängt schon an Basketball zu spielen und trifft sofort immer den Korb? Wenn du trotzdem dabei bleibst kann ich dir versprechen, dass du nach und nach immer tiefer in die größere Idee hinter der Sache eintauchen wirst, bis es dir irgendwann egal ist wie weit deine Füße und Hände auseinander sind.

Die geistige steht im Yoga immer vor der körperlichen Entwicklung.

Es gibt sogar Yogastile, wie zB Kundalini, in denen kaum mit den Asanas (Körperhaltungen) gearbeitet wird.

2. Alle Yogis sind flexibel

Nein und ja. Das kommt dir vielleicht so vor. Aber alle Yogis haben eins gemeinsam: sie machen eben Yoga und das führt nach einiger Zeit zu Dehnbarkeit. Auch bei dir! Aber in deinem eigenen Maß deines eigenen Körpers.

Es gibt da zwei Typen von Yogis:

Typ 1 hat von Mutter Natur aus Flexibilität. Oft sind Typ 1 Yogis ehemalige Tänzer, die schon von Kindesalter an bestimmte Sportarten trainiert haben. Oder sie haben einfach Glück.

Typ 2 – das bin definitiv ich – hat Jahre gebraucht um dahinzu kommen wo er jetzt mit seiner Dehnbarkeit steht. Die jahrelange Disziplin und harte Arbeit sieht man verrückten Instagram Bildern aber natürlich nicht an.

3. Es ist gut sehr flexibel zu sein

Ja und nein. Flexibilität kann vielen Verletzungen vorbeugen. Gerade wenn du, was ja bei Yogis nicht selten ist, Sportarten wie Klettern oder Surfen betreibst. Gedehnte Muskel sind entspannter und krampfen somit weniger, sind mehr durchblutet und tendieren weniger zu Entzündungen.

Aber bei zu viel Flexibilität spricht man von überflexiblen Gelenken, was wiederrum nicht schlimm ist. Aber du musst dann vermehrt darauf achten deine Gelenke nicht zu überstrecken und vor allem mehr an deiner Kraft arbeiten. Während sehr unflexible Typen eher an ihrer Flexibilität arbeiten sollten. Das Ziel sollte es immer sein beides in Einklang zu bringen!

4. Für Asanas ist Flexibilität wichtiger als Kraft

Nein. Aus zwei Gründen. Erstmal bestehen die meisten Asanas aus unglaublich viel Körperspannung, die sehr starke Muskeln erfordern, um deinen Körper vor Verletzungen zu schützen. Was meinst du wieviel Muskelaufbau du durch die ganzen Chaturangas bekommst!? Um deinem Körper nicht zu schaden ist selbst in großer Dehnung viel Kraft von Nöten. Und außerdem können Muskeln sich nur entspannen – also dehnen – wenn die andere Seite gespannt ist. Diese anatomische Regel folgt auch der yogischen in der wir immer nach Einklang von sthira (festi, standhaft, schwer) und sukham (leicht, einfach) streben.
Eigentlich also ganz einfach: spannst du deine Oberschenkelmuskeln auf der Vorderseite an, fällt es der Rückseite leichter loszulassen und mehr in die Dehnung zu gehen.

5. Flexibilität in Asanas ist das Ziel von Yoga

Nein. Das Ziel von Yoga ist es dein eigenes Glück zu finden und nicht mehr Sklave deines Geistes zu sein. Asanas sind nur ein kleiner Baustein auf dem Weg dahin.
Also mach dir nicht so viel Gedanken um die Dinge, die dir vielleicht nicht so liegen. Schau lieber auf die Dinge, die du gut kannst! Und vor allem hör auf dich zu vergleichen, denn du bist du und wirst es immer sein. Ein Spagat macht dich nicht glücklicher dabei.

4 Kommentare bei „Yoga-Klischees – 5 Vorurteile über Flexibilität“

  1. Namaste
    Ich schaffe es leider im Moment nicht oft Yoga zu machen, aber ich versuche es so oft wie möglich. Es entspannt mich und schenkt mir Ruhe, vor allem nach einem stressigen Tag. Ich würde sagen ich bin Typ 1, wobei ich lange recht faul war und es langsam wieder kommen muss. Aber das frühere Ballett und Reiten macht sich doch mal bezahlt. ^^ Einen schönen Abend dir noch. 🙂

  2. Hihi witzig, dass du ein wenig mit den Vorurteilen aufräumst. Ich finde Yoga echt gut und überlege schon lange, ob ich damit anfange. Find‘s richtig gut 🙂

    Liebste Grüße,
    Sarah

    http://www.vintage-diary.com

  3. Oh ja, diese Vorurteile kenne ich auch nur zu gut. So traurig dass das die meisten davon abhält Yoga zu machen. Die Flexibilität kommt nämlich bei regelmäßiger Anwendung ja sowieso von selbst.

    Alles Liebe,
    Julia
    https://www.missfinnland.at

  4. finde es sehr gut dass du mit diesem “Yoga-Vorurteil” aufräumst 🙂

    ich bin so zwischen beidem … da ich früher jahrelang Ballett getanzt habe, ist mir eine gewisse Grundflexibilität erhalten geblieben, aber dennoch gibt es Defizite, die ich dann eben durch meine Kraft ausgleiche! das ist überhaupt das Beste am Yoga – der schlanke Muskelaufbau 🙂

    liebste Grüße auch,
    ❤ Tina von liebewasist.com
    Liebe was ist auf Instagram

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